Älplerwelten

Florian über Sabine:

Ich lernte Sabine in einem Sommer kennen, in dem sie mal nach sieben Alpsommern als Sennerin eine Runde pausierte.

Sie machte mich aber mit ihren blumigen Erzählungen sehr neugierig und so begleitete ich die Sennerin Sabine (die sonst freiberuflich als Grafikerin arbeitet) am Anfang des Sommers 2011 auf eine Alp nach Graubünden. Ich hatte wie immer mein Equipment dabei, wollte aber in erster Linie eintauchen in die Senn- und Hirtenarbeit, die Parallelwelt der freien Natur und wandelte auf den Brücken dazwischen. Ich lernte die Vorgänge und Sabines ganz besondere Leidenschaft kennen und so kamen wir gemeinsam in einen Fluss, der über die reale Bewältigung des Tagwerks hinausging.


Wir erlebten die QUELLE und ich fasste die Momente zwischen den Welten in Bild und Ton, die mehr sind als die schnell erfassbare Realität.

Mein respektvoller Dank geht an den Ort, die Menschen, an die Tiere und Kreisläufe.

pdfSabines Älplerlebenslauf

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Sabine über Florian:

Mehr noch als im alltäglichen Leben ist jeder Alpsommer mit neuen Eindrücken und Erfahrungen verbunden. Dass Florian mich 2011 eine Zeit lang begleitete, sollte dies auf eine besondere Weise bestätigen. Sei es, weil er als Fotograf ein besonderes Auge für die Details entwickelt hat, sei es, weil er als Künstler einen Draht zum Unsichtbaren hat. Mit ihm an diesem schönen Ort in den Bergen zu sein, öffnete Türen zu Parallelwelten mit einer Deutlichkeit, dass ich mich schon manchmal fragte, ob sie wirklich nur in der Phantasie existieren.

Läuft das Butterfass, schreibt er in der Kammer oben drüber Opern, aus dem lästigen Ablauf des Melkgeschirrwaschens wird mit ihm ein Rockkonzert und das Drehen der Feuerstelle von einem Kessi zum anderen wird durch Violinen begleitet. Das Käsetuch hinterläßt Schriften im frisch gepressten Käselaib, die Harfe fungiert als Wellenbrecher im Kessimeer, Wurzelmänner glotzen mit Stielaugen aus ihrer Landschaft heraus, im Holzbalken über´m Bett finden sich allerlei Kobolde, Eichhörnchen und andere nette Gestalten ein.

In jedem flüchtigen Augenblick kann man Welten entdecken und Geschichten spinnen. Mit offenen Augen und ausgestreckten Fühlern für die Dinge zwischen den Wirklichkeiten ging ich mit Florian durch den Sommer.

Ich freue mich sehr über die Bilder und Töne, die wir geschaffen und festgehalten haben und die wir so mit allen Liebhabern der Natur teilen können. Sie laden zum Träumen ein und dazu sich in die Welt zu begeben, die jeder für sich selber wählt.

www.anundaus.de

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